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TU-Studenten bei internationaler Konferenz in Harvard

Vom 13. bis 16. Februar nahmen die beiden TU-Studenten Jan Schröder (Elektrotechnik) und Erik Kolb (Wirtschaftswissenschaften) an der internationalen Konferenz HPAIR an der Harvard University in Cambridge, USA teil. Dort diskutierten sie mit weltweit führenden Experten über ökonomische, politische und sozio-kulturelle Herausforderungen im asiatischen und internationalen Raum.

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Harvard_01Die Harvard University in Cambridge richtet seit 1991 jährlich im Rahmen des „Harvard Projects for Asian and International Relations“ (HPAIR) zwei weltweit renommierte Konferenzen aus – die Harvard und die Asia Conference. Jeder Student weltweit kann sich bewerben, um daran mitzuwirken, Lösungen für globale Herausforderungen zu finden. Erik Kolb und Jan Schröder von der TU Dortmund konnten sich im wettbewerbsintensiven Auswahlverfahren durchsetzen und gehörten damit zu 200 Top-Studenten aus aller Welt, die für vier Tage an die Harvard University eingeladen wurden.

Erik Kolb berichtet: "Die Konferenz hat bei uns viele positive Eindrücke hinterlassen. Sie war sehr lehrreich, inspirierend und hat unseren Blickwinkel auf die weltweiten Herausforderungen stark erweitert. Der Austausch mit ambitionierten Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft hat uns Freude bereitet und wir haben neue internationale Freundschaften geknüpft."

 
Neue Blickwinkel und Internationale Freundschaften

Die beiden TU-Vertreter haben einen Erfahrungsbericht über ihre Erlebnisse und neuen Erkenntnisse verfasst, die sie bei der Konferenz an der Harvard University sammeln konnten. "Damit möchten wir auch Studenten der nächsten Generationen für einen solchen interkulturellen Austausch innerhalb ihres Fachgebiets sensibilisieren und sie für eine Bewerbung begeistern", sagt Jan Schröder. Das Komplement zur HPAIR Harvard Conference ist die HPAIR Asia Conference im August 2015. Sie beschäftigt sich mit dem Thema „Confronting Asia’s Development Challenges through Innovation“ und findet in Manila auf den Philippinen statt. Bewerbungen werden ab Ende März 2015 entgegengenommen. "So haben Studenten aus der gesamten Welt die Chance, die Zukunft nachhaltig mitzugestalten", so Erik Kolb.

 
Erfahrungsbericht der beiden TU-Studenten

Vor dem Hintergrund des Themas „Asia’s Blueprint for Growth: Building an Inclusive Future“ bildete die HPAIR Harvard Conference 2015 ein Forum zum Austausch über die wichtigsten ökonomischen, politischen und sozio-kulturellen Herausforderungen mit Fokus auf den asiatisch-pazifischen Raum.

An der diesjährigen HPAIR Harvard Conference in Cambridge, USA nahmen insgesamt 200 internationale Studenten aus über 40 Ländern und rund 100 einflussreiche Experten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Bildung teil. Die Eröffnungsrede hielt Wayne Chang, ein Mehrfachgründer und Business Angel aus Boston. Unter anderem ist er Mitgründer von Crashlytics, einer Softwarelösung zur Auswertung von Programmabstürzen auf mobilen Plattformen. Das Unternehmen wurde im Jahr 2013 von Twitter für über 100 Millionen Dollar aufgekauft. Chang ist derzeit Leiter des Produktmarketings und verantwortlich für die Wachstumsstrategie der Mobilen Plattform von Twitter. In seiner Rede erzählte er von seiner Philosophie als Unternehmer und machte dabei die enorme Bedeutung von Emotionen bei der Geschäftsmodellentwicklung deutlich. Um es in Changs Worte zu fassen: „The best companies don’t engineer solutions, they engineer emotions.“

Die viertägige Konferenz gliederte sich in Expertenrunden und themenspezifische Diskussionsgruppen zu denen auch die Bearbeitung von Case Studies gehörte. In den Expertenrunden wurden schwerpunktmäßig die aufkommenden Demokratiebewegungen in der asiatischen Region diskutiert. Ereignisse wie der Arabische Frühling, die Proteste in Hong Kong und die politische Krise in Thailand zeigen die ambivalente Situation, die einerseits die wachsende Hoffnung und andererseits eine zunehmende Destabilisierung der Region deutlich macht. In diesem Zusammenhang wurde der Kompromiss zwischen einem stabilen aber autoritärem Regime und dem Kampf für Demokratie auf Kosten von Instabilität diskutiert.

Wir beide nahmen an den Diskussionsgruppen zu den Themen Entrepreneurship und Technology teil. Dabei erfuhren wir, dass sich Asiens Gründerszene in den letzten Jahren stark verändert hat. Statt erfolgreiche ausländische Geschäftsmodelle zu kopieren werden asiatische Unternehmen zunehmend selbst zum Innovator. Aus Gesprächen mit Gründern wie Tim Hwang (FiscalNote), Julia Li (Global Education Group) oder Walter Olesiak (Remiges Ventures) lernten wir, dass Asien deutliche Unterschiede zu westlichen Märkten aufweist. So lassen sich erfolgreiche asiatische Geschäftsmodelle häufig nicht ohne weiteres auf westliche Märkte oder umgekehrt übertragen. Sowohl politische als auch rechtliche Rahmenbedingungen spielen dabei oft eine große Rolle.

Das TU-Logo inmitten von Teilnehmern der Konferenz in Harvard. Im Rahmen der Diskussionsgruppe zum Thema Entrepreneurship hat die studentische Initiative „Springboard“ der Harvard University das Konzept des „Design Thinking“ vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Methode zur Lösung von Problemen und Entwicklung neuer Ideen. Basierend auf der Idee des „Design Thinking“ stellt das Springboard Teams zusammen, die lokale Probleme identifizieren und Lösungen erarbeiten. Aktuelle Projekte sind zum Beispiel: „creating the ideal study space“, „helping Harvard’s homeless population“ oder „directing [campus] traffic effectively“. Die Technology Gruppe beschäftigte sich vor allem mit technology entrepreneurship, internationaler Kooperation und neuen Entwicklungen im Bereich der Biotechnologie.

Asiens sozio-ökonomische sowie kulturelle Unterschiede bieten viele Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle und technologische Innovationen. Asien ist lange nicht nur Konsument, sondern auch Entwickler innovativer Technologien. Insbesondere im Bereich Biotechnologie ist Asien mittlerweile führend. Darüber hinaus berichtete Robert Stoner, stellvertretender Direktor des Tata Centers am weltweit renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), über Forschungsprojekte mit Fokus auf die Zukunft der Solar Energie, speziell in Entwicklungsländern und Schwellenländern. Sein Projekt „YouLink“ fokussiert sich dabei auf den indischen Energie-Prosumer (Consumer + Producer), welcher über sogenannte Micro-Grids Strom unmittelbar an/von seine/n Nachbarn verkaufen/kaufen kann.

Die HPAIR Harvard Conference schloss mit einer Rede von Ezra Vogel (Professor Emeritus, Harvard University). Seine Botschaft an die Konferenzteilnehmer war, dass in unserer globalisierten Welt ein Verständnis unterschiedlicher Perspektiven sehr wichtig ist. Die Welt hat sich in den letzten Jahren stark verändert und sich zu einem „globalen Dorf“ entwickelt. Dies bedeutet auch, dass nationale Schicksale eng miteinander verflochten sind. Konferenzen wie die HPAIR Harvard Conference spielen dabei eine enorm wichtige Rolle, um internationale Kooperationen zukünftiger Führungskräfte zu fördern.

Informationen über HPAIR