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Neues Forschungszentrum für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung

Anlässlich des Besuchs von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze an der TU Dortmund, stellte Prof. Frank Jenau, Leiter des Lehrstuhls für Hochspannungstechnik, am 13. Juni die Pläne des neuen Forschungszentrums für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung vor.

strom

Die TU Dortmund forscht zur Zukunft des Stromtransports und übernimmt damit eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende – weg von der konventionellen Stromerzeugung hin zu Energie aus regenerativen Quellen. Dafür entsteht in den nächsten Monaten auf dem Campus ein Forschungszentrum für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Die Errichtungskosten liegen bei rund fünf Millionen Euro, Gelder dafür kommen vom Bund und vom Land. Die an der TU Dortmund entstehende Versuchsanlage ist einzigartig in ihrer Ausführung und den Möglichkeiten, die sie den Forscherinnen und Forschern bietet. Die Halle ist 35 Meter lang und 25 Meter breit, die Höhe beträgt 23 Meter. Ein gleichgroßes Freiflächenprüffeld plus Nebengebäude und Verkehrsfläche runden das Zentrum ab. Wo derzeit noch freies Feld ist, ist die Fertigstellung zum September des kommenden Jahres geplant. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze informierte sich vor Ort.

Die Gleichstromübertragungs-Technologie wird zum Stromtransport von Erzeugern zu weit entfernten Verbrauchern genutzt. Das ist beispielsweise erforderlich, wenn von den Windkraftanlagen in Norddeutschland Energie nach Süddeutschland fließen muss, sobald dort die Atomkraftwerke auslaufen. Bisher gibt es nur wenige Erfahrungen mit der Stromübertragung mit Gleichstromtechnik und Spannungen bis zu 1200 Kilovolt. Das neue Prüfzentrum bietet die Möglichkeit, auf diesem Gebiet zu forschen – auch bei realen klimatischen Bedingungen. Die FAZ textete dazu optimistisch: „Ein Stromsprinter soll neue Netze überflüssig machen“.

Alternative zur konventionellen Drehstromtechnik

Im Bereich für Hochspannungstechnik der TU Dortmund wird unter der Leitung von Prof. Frank Jenau auch Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung erforscht. Untersucht wird sie als Alternative zur konventionellen Drehstromtechnik für Übertragungsleitungen. Das Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft unter der Leitung von Prof. Christian Rehtanz und Prof. Johanna Myrzik untersucht die Fragen der Integration der HGÜ in das deutsche und europäische Energiesystem. HGÜ ist zwar technisch aufwendiger als Wechselstromübertragung, bietet aber zwei große Vorteile gegenüber dieser herkömmlichen Methode: Selbst beim Transport über tausende Kilometer hinweg geht nur ein minimaler Teil der Energie verloren. Zudem ist die HGÜ die eine Möglichkeit, technisch inkompatible Stromnetze miteinander zu verbinden.


Foto (Nikolas Golsch): Wissenschaftsministerin Svenja Schulze besichtigt mit Prof. Frank Jenau, Prof. Dirk Biermann, Prorektor Forschung, Prof. Christian Rehtanz und Projektingenieur Joachim Berns (v.r.) die Baustelle des geplanten Testzentrums.