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"Schutzengel im Straßenverkehr": Mobilfunk kann die Sicherheit von Schulkindern erhöhen

Jährlich kommen rund 60.000 Schulkinder auf dem Weg zur Schule zu Schaden und etwa 50 Unfälle verlaufen dabei tödlich. Reflektoren und andere optische Warnsignale helfen nur wenig, wenn parkende Autos die Sicht auf die Kinder versperren. Die studentische Projektgruppe »Schutzengel im Straßenverkehr« am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze an der TU Dortmund will hier Abhilfe schaffen und hat ein Mobilfunk-basiertes Warnsystem für den Straßenverkehr entwickelt. Mit dem Sender im Tornister und dem Empfänger im Auto soll in Zukunft die Zahl der Unfälle auf dem Schulweg reduziert werden.

Schutz_185  „Die Präventionsmaßnahmen, die zur Sicherung des Schulwegs eingesetzt werden, basieren alle auf Sichtkontakt. Der ist aber nicht immer gegeben“, erläutert Prof. Christian Wietfeld, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze, den Hintergrund des Projektes. Basis des neuen Warnsystems sind ein Sender und ein Empfänger. Der Sender wird durch Bewegung aktiviert und könnte beispielsweise am Tornister angebracht werden.  Auf dem Schulweg sendet er dann Signale aus, die wiederum den Empfänger, etwa auf dem Armaturenbrett, erreichen. Ein rotes Ausrufezeichen beginnt neben einem akustischen Alarm zu leuchten und der Autofahrer wird auf diese Weise gewarnt, dass ein Kind in der Nähe ist. Dabei wird das Kind nicht genau lokalisiert – es geht vielmehr darum, beim Autofahrer eine erhöhte Aufmerksamkeit zu erreichen.  Projektgruppenleiter Andreas Lewandowski ist überzeugt: „Das System ist ganz einfach zu nutzen und kann im Prinzip in jedem Fahrzeug nachgerüstet werden.“

Von der Platine bis zum Gehäuse haben die Studierenden die komplette Hard- und Software des Systems selbstständig entwickelt. Anschließend haben sie die Funktionalität im Straßenverkehr in verschiedenen Szenarien überprüft. Und auch die Präsentation des Systems übernehmen die Nachwuchsingenieure: Auf dem Campusfest am 19. Juni wird es erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Stand der Projektgruppe können die Besucher selbst ausprobieren, wie das Zusammenspiel von Sender und Empfänger funktioniert. Die Projektgruppe ist ein fester Bestandteil des Master-Studiengangs "Elektrotechnik und Informationstechnik (ETIT)" der Fakultät.

Momentan gibt es erst zwei Prototypen, weitere sind aber in der Planung. „Wir wollen noch einige weitere fertigen und dann gezielt Automobilclubs und Verkehrssicherheitsexperten ansprechen“, so Andreas Lewandowski zur Zukunft des Projektes »Schutzengel im Straßenverkehr«.